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Jeremy Sinkus

USA, Massachusetts


Die Glasherstellung ist der menschliche Ausdruck eines geologischen Prozesses. Tatsächlich ist Glas geologisch. Mineralien haben mich schon immer mit ihrer Farbe, Klarheit und unendlichen geometrischen Variationen fasziniert.


Von all den Bildern, Objekten und Kunstwerken, die Jeremy Sinkus gesehen hat, sind es immer noch diese natürlichen kristallinen Formen, die ihn in Erstaunen versetzen. Sie drücken etwas Großes aus, das sonst kaum auszudrücken wäre. Ähnlich wie die Sprache, die einem klangvollen Kunstwerk zugrunde liegt, erzählen Mineralien präzise von ihrer Entstehung. Sie bedürfen keiner Interpretation. Jeremy Sinkus ist fasziniert von der bloßen Tatsache ihrer Existenz und der zufälligen Natur ihrer Vielfalt. Es gab keine menschliche Beteiligung, aber er wollte dennoch Teil davon sein.


Die Gelegenheit, mit heißem Glas zu experimentieren, ergab sich 1998 in einem Studio im Zentrum von Massachusetts. Das Dröhnen der Öfen, der Geruch von brennendem Bienenwachs und die anmutigen Bewegungen beeindruckten ihn. Jeremy Sinkus bewunderte den Teamaspekt eines Glasbläserstudios, benötigte jedoch einen unabhängigeren Ansatz, um seinen Ehrgeiz zu erfüllen. Im Jahr 1998 begann er mit der Flammenbearbeitung von Borosilikatglas. Dies war ein möglicher Weg, selbst mit Glas zu arbeiten. Für Jeremy Sinkus war es eine lebensverändernde Technik. Es wurde ein Gesamtwerk geschaffen, das ihn durch die Schritte und Phasen seiner Entwicklung zu einem professionell arbeitenden Künstler begleiten soll.

Im Jahr 2015 begann Jeremy Sinkus seine Reise mit Gussglas. Dadurch konnte er Techniken anwenden, um authentischere Mineraldesigns zu schaffen. Diese Methode würde ihm die Fähigkeit zur Bildhauerei verleihen, eine höhere Präzision erfordern und den Maßstab seiner Entwürfe vergrößern. Die Verwendung vertrauter Werkzeuge und Techniken zur Steinbearbeitung aus seiner Zeit als Edelsteinschleifer verbindet ihn noch mehr mit der Glasbildhauerei. Diese Werkzeuge ermöglichen es Jeremy Sinkus, sich in den tiefen Prozess und die Erfahrung dessen vorzuwagen, was die Welt der Mineralien für ihn kreativ so reizvoll macht. Gussglas hat ihn Geduld gelehrt und kanalisiert eine Version eines 100.000.000 Jahre alten geologischen Prozesses. Diese Werke ermöglichen ihm menschliche Beteiligung in einer Form, die sonst nur ein geologisches Ereignis wäre. Seine geologischen Entwürfe haben ihn wieder mit der Edelstein- und Mineralienwelt verbunden. Dort werden sie zwar realistisch, aber als Kunst angesehen. In der Kunstwelt gelten sie als zeitgenössisch.

Jeremy Sinkus arbeitet heute in seinem eigenen 2400 Quadratmeter großen Studio in Shelburne Falls, Massachusetts. Es wird vollständig von einem Wasserfall am nahegelegenen Deerfield River mit Strom versorgt, was das Studio nachhaltig macht. Er verwendet Flammenbearbeitung, Metallbedampfung/-abscheidung, Kaltbearbeitung (Lapidarium), Schweißen, Holzbearbeitung, Laminieren und Gusstechniken, um das Glas täglich zu manipulieren. Er freut sich weiterhin darauf, neue Ideen für die Geologisierung in Glas auszugraben.

Werke

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